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UPCYCLING°. Neue Strategien der Wissensvermittlung in der Schule

Rosine Scholz

In meiner Schulzeit gab es kaum Bezug zu den Themen Upcycling, Umwelt und Nachhaltigkeit. Ich glaube, dass sich das bis heute kaum geändert hat und doch ist das Thema gerade so präsent wie nie zuvor- auch bei Kindern und Jugendlichen, durch Greta Thunberg und Fridays for Future. Das Interesse bei Kindern und Jugendlichen ist geweckt und unterschiedliche Demonstrationen oder Aktionen zeigen, dass sie begeisterungsfähig sind und aktiv werden. Sollte da nicht dieses Bewusstsein, diese Energie auch in der Schule genutzt werden, um Lösungen für die Zukunft zu finden? Wie können Kinder in Zukunft besser mit der Welt umgehen, als wir es jetzt tun? Es ist perspektivisch ein erweitertes und anderes Wissen erforderlich, als das, welches aktuell per Lehrplan vermittelt wird.
Dieser Text soll eine Verbindung zwischen dem Prozess des Upcyclings und Vermittlungsansätzen schaffen, die dann Anwendung in der Praxis finden. Ist Upcycling als Bildungsmethode geeignet? Zu Beginn werden die Begriffe Recycling und Upcycling erklärt, Anwendungsgebiete aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Anschließend soll ein Bezug zur Anwendung, der praktischen und didaktischen Wissensvermittlung hergestellt werden. Am Beispiel der Herstellung von „Entdeckerhockern“ für die Sonderausstellung „Posamenten – Von der Hutschnur bis zum Schnürsenkel“ wird das Thema erläutert und in der Praxis angewendet.
Recycling, darunter wird die Aufbereitung und Wiederverwendung bereits benutzter Rohstoffe verstanden (Dudenredaktion, o. J. ), ist aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. Akribisch trennen wir zum Beispiel Glas, Papier und Plastik und verbinden damit die Erwartungshaltung, dass diese Stoffe wiederverwendet oder zumindest recycelt werden. Über die letzten Jahrzehnte verbesserte und entwickelte sich der Recycling-Gedanke weiter. Es gibt jedoch auch Alternativen, wie mit Abfällen oder nicht mehr benötigten Gegenständen umgegangen werden soll. Hier soll Upcycling, als eine alternative Methode beleuchtet werden. Eine genaue Definition, Unterschiede zu Recycling und Anwendungsgebiete werden erläutert.
Der Begriff Upcycling wird 1994 von Reiner Pilz zum erstem Mal verwendet. Er bezeichnet Recycling als Downcycling und fordert ein Upcycling, bei dem alte Produkte einen höheren, keinen geringeren Wert erhalten (Magazin für Restkultur, 14. Dezember 2015). Weniger negativ ist die Aussage, dass Recycling eine Zirkulation von Materie ist (Ritzmann, 2018, S. 15). Ein vollständiger, geschlossener Kreislauf ist aber in den wenigsten Fällen möglich. Es ist immer Aufwendung von Energie nötig, um das Potential bzw. die Materie eines Materials zu erhalten oder es in eine nützliche Form, aus der neue Objekte gewonnen werden können, zu verwandeln. Trotz alledem bildet Verbrauchtes so die Ausgangslage für Recycling oder Upcycling. Durch Recycling können immer kürzere Nutzungsphasen der Objekte begründet und gerechtfertigt werden, dies zwingt einen Nutzer natürlich nicht zum Wegwerfen, verleitet aber zu unbedachten Käufen und zu einem häufigen Wechsel der Produkte (Ritzmann, 2018, S. 15).
Eine Auseinandersetzung mit Produkten, wenn sie zu Müll geworden sind, kann in Form von Upcycling stattfinden. Objekte in der Müllphase aus einer anderen Sichtweise zu betrachten, zu gestalten, in ihnen Potential zu sehen, kann die Definition und Trennung von Produktbeginn und -ende verschwimmen lassen und diese Einteilung aufheben (Ritzmann, 2018, S. 17). Das Produkt an sich, und nicht nur die Materialien wie beim Recycling, bekommen eine neue Bedeutung und Verwendung. Dadurch, dass das Objekt nicht zu seinen ursprünglichen Materialien zurückgeführt wird, sondern in ein neuwertiges und höherwertiges Objekt umgewandelt wird, erfolgt eine stoffliche Steigerung. Der Gegenstand gewinnt, im Vergleich zum Ausgangsmaterial oder Ausgangsprodukt, an Wertigkeit. Upcycling ist eine besondere Form der Wiederverwertung (Recycling) und gerade das Upcycling von Müll, der schwer zu recyceln ist, ist sinnvoll.
Dies setzt ein Neudenken bezüglich der Materialien voraus und fordert Ingenieure°innen, Designer°innen und Gestalter°innen über die herkömmlichen Grenzen und Wissen hinaus (Edwards, 2015, S. 9). Gute Upcycling-Produkte oder das Einplanen des mehrstufigen Gebrauchs von Produkten fordert das Verstehen des Materials, welchen Weg das Material genommen, welche Prozesse es durchlaufen hat, Kreativität, Vorstellungskraft und viele weitere Fähigkeiten.
Durch Upcycling werden bereits benutzte Produkte durch kreative und intelligente Prozesse zu einem Produkt mit einer möglicherweise ganz neuen Funktionsweisen und anderen Kontext. Braungart und McDonough behandeln in ihrem Buch „Einfach intelligent produzieren – Cradle to Cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können“ auch das Thema Upcycling. Sie sehen dieses Konzept als die Lösung für „eine wunderbar vielfältige, sichere, gesunde und gerechte Welt mit sauberer Luft, sauberem Wasser, sauberem Boden und sauberer Energie – eine Welt, derer wir uns in vielfacher Weise und in grenzenloser Harmonie erfreuen können.“ Sie verstehen unter Upcycling, dass bereits bei der Gestaltung und Produktherstellung das spätere Upcycling berücksichtigt werden muss und dementsprechend geplant wird. Dabei ist es wichtig, zu beachten, wie ein Produkt hergestellt wird, aber auch, von wem es genutzt werden wird und wer die Zielgruppe ist (Braungart & McDonough, 2005, S. 175 + 176). Zugleich ist das Ziel, die Produkte verschiedenen örtlichen Gegebenheiten und Kulturen anzupassen (Braungart & McDonough, 2005, S. 223).
Ebenso sollte der Prozess des Re- und Upcycling kritisch hinterfragt werden. Erfolgt Recycling nur unter Anwendung von weiteren Chemikalien, die das Produkt schädlicher machen, um dann Materialien zu gewinnen, die besser weiterverarbeitet werden können? Dann würde das Material nicht nur an Wert verlieren, sondern zusätzlich kann Recycling auch zu einer stärkeren Verschmutzung der Biosphäre führen (Braungart & McDonough, 2005, S. 82). Braungart und McDonough nennen als ein Beispiel das Recycling von Papier. Papier muss unterschiedliche chemische Prozesse durchlaufen, um ein Produkt herzustellen, welches wiederverwendet werden kann. Da Recycling bei der ersten Herstellung nicht eingeplant wurde, besteht das Papier dann häufig aus einer Mischung von Chemikalien, Zellstoff und in manchen Fällen giftiger Druckerfarbe (Braungart & McDonough, 2005, S. 82). Dies ist häufig der Fall, wenn Recycling bei der Planung und Herstellung eines Produktes nicht bedacht wurde, dann ist das recycelte Material nicht zwingend nachhaltig (Braungart & McDonough, 2005, S. 83). Sowohl bei Recycling als auch bei Upcycling sollte das Tun oder das Vorhaben nicht über dem Ergebnis, und dem Weg dahin, stehen. Recycling macht ein Produkt nicht automatisch umweltfreundlich und wenn Müll kreativ weiterverarbeitet wird, sollte der Prozess der Gestaltung nicht den Gedanken des Upcycling überlagern.
Bei neuen Produkten aus recycelten Materialien kann mitunter auch nur die Verwendungsdauer um ein bis zwei Lebenszyklen verlängert worden sein (Braungart & McDonough, 2005, S. 20). Der gleichen Annahme folgt ebenso Sarah Pollinger, die davon ausgeht, dass auch upcycelte Produkte früher oder später zur Müllentstehung beitragen und der Moment, wo das Produkt endgültig zu Müll deklariert wird, nur verschoben ist. Im Extremfall werden sogar Materialien einem Kreislauf entzogen, wie PET-Flaschen, die gut recycelt werden könnten, so aber neu produziert werden müssen. Ihrer Meinung nach schönt Upcycling, zwar auf kreative und positive Art, die Realität, wirkt aber nicht dem Problem des Ressourcenverbrauchs entgegen (Pollinger, o. J. ).
Es gibt unterschiedliche Meinungen, wie dem Ressourcenverbrauch gegengesteuert werden soll. Eine naheliegende, wenn auch, für eine konsumorientierte Gesellschaft schwierige Möglichkeit ist das Reduzieren des Verbrauchs von Rohstoffen, doch dies hätte nur ein langsameres zur Neige gehen der Ressourcen zur Folge (Braungart & McDonough, 2005, S. 78). Stattdessen soll der Designprozess überdacht werden. Die Produkte müssen von Anfang an intelligenter entworfen und geplant sein, sodass sie mehrere Recycling- oder Upcyclingzyklen durchlaufen können (Braungart & McDonough, 2013, S. 23). Braungart und McDonough schreiben: „Gutes Design würde für Überfluss, Wiederverwertung und Vergnügen sorgen.“ (Braungart & McDonough, 2013, S. 23)
Ziel von Menschen und Industrie soll es nicht sein, durch Vermeidung „weniger schlecht“ zu handeln, sondern durch gut durchdachte Planung und Gestaltung „mehr gut“ zu sein. Es sollen keine Produkte entwickelt und produziert werden, die nach kurzer Zeit Müll sind.
Doch was ist die Definition von Müll? Ab wann wird etwas als Müll bezeichnet? Wenn es seinen Nutzen verliert? Ritzmann bezeichnet die Routinehandlung des Wegwerfens von Altem, Verbrauchten oder nicht Benötigtem als Phänomen Müll. Das Resultat von Gegenständen, die entsorgt werden, denen man sich entledigt, ist Abfall, dies ist das Ende des Objekts (Ritzmann, 2018, S. 14). Als Anfang des Produkts kann der Entwurf gesehen werden, hier wird bestimmt, als was das Produkt verwendet werden soll, welche Zielgruppe es haben soll und hier wäre der Zeitpunkt, das Produkt umfassender, mehrschichtiger zu planen, sodass es länger genutzt werden kann.

Wissensvermittlung

Unterschiedliche Materialien, wie Papier bzw. Karton, Flechtmaterialien und Textilien sind im aktuellen Lehrplan von Haupt- und Realschulen vorgesehen (Botz, 2007, S. 58), diese Stoffe können aber auch im zusätzlichen Kontext Upcycling und Recycling behandelt werden. Sie bieten die Möglichkeit Geschichte, Designgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen nachzuzeichnen und zu thematisieren.
Zunächst kann die historische Entwicklung, möglicherweise verbunden mit den Erfindungen von Materialien, Stoffen und Produkten erklärt werden.
Durch einen direkten gestalterischen Umgang mit den Materialien lernen Schüler°innen Materialeigenschaften kennen und verstehen, sie erlangen ein Verständnis für die Vorzüge und Grenzen des Stoffes. Der Weg des Materials hin zu einem Produkt über Entwurf, Herstellung, Produktionskosten, Anwendungsgebiete und Weiterverwendung nach der Deklarierung zu Abfall, kann vermittelt werden (Botz, 2007, S. 59).
Häufig ist bei Endprodukten der Weg der Produktion nicht mehr nachvollziehbar, das fertige Produkt hat ein definiertes Anwendungsgebiet und der Nutzer hat nicht die Möglichkeit, den Gegenstand anderweitig zu verwenden (Botz, 2007, S. 7). Durch die direkte Arbeit am Produkt entwickeln Schüler°innen ein Verständnis für die meistens am Objekt nicht mehr ersichtlichen Fertigungsprozesse und das Produktdesign (Botz, 2007, S. 60). Ersichtlich wird, unter welchen Kriterien und mit welcher Zielsetzung das Produkt entwickelt wurde und welche Form und Ästhetik dies zur Folge hat (Botz, 2007, S. 62).
Die Beziehung zwischen Mensch und Produkt, Gesellschaft und Industrie und deren Wechselwirkung können thematisiert werden. Durch die Beobachtung des Konsumverhaltens lassen sich Aussagen über gesellschaftliche Werte, Wohlstand und Lebensformen treffen (Botz, 2007, S. 62). Diese Ansätze haben das Potential, dass Schüler°innen auch außerhalb der Schule auf eine bewusste Wahrnehmung des eigenen Konsumverhaltens, der Alltagsumgebung achten, dies führt zu einer unmittelbaren Weltauseinandersetzung und löst bedachtes, gestaltendes Handeln aus (Botz, 2007, S. 62).
Upcycling wirkt direkt gegen den Verbrauch von Ressourcen und eine Belastung der Umwelt, deswegen können Ökologie, Nachhaltigkeit und der Endlichkeit von Ressourcen besprochen werden. Diese Situation macht einen bewussten, kreativen und nachhaltigen Umgang notwendig. Das heißt, Umweltschutz wird nicht nur theoretisch besprochen, sondern im Unterricht auch erlebbar (Botz, 2007, S. 63 f. ), dadurch, dass aus einem Abfallprodukt ein nützlicher, ästhetischer Gegenstand entwickelt wird. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein abstraktes Fremdwort für Schüler°innen, sondern man nähert sich dem Thema durch praktische Erfahrungen und hinterfragt das Wegwerfen, indem aus Abfällen Neues gestaltet wird. Müll spielt die Vermittlerrolle und kann durch Designdidaktik Lehrwerkzeug im Kunstunterricht sein (Ritzmann, 2018, S. 148 f.).
Kinder haben einen wesentlich spielerischen, kreativeren Umgang mit Gegenständen. Sie können Gegenstände ohne offensichtliche Bedeutung nutzen und in ihrer Fantasie entwickeln sich Welten, sodass sie über einen längeren Zeitraum vertieft spielen können. So kann ein Kieselstein ein Auto oder vieles mehr sein. Kinder tragen die Kreativität in sich, diese nimmt jedoch mit zunehmendem Älterwerden und durch starke Umweltreize immer mehr ab. Aufgabe von ausgebildeten Designer°innen ist es, Prozesse neu und innovativ zu denken, Produkte neu und vor allem nachhaltig zu entwickeln, doch vielleicht sind auch Kinder die besseren Gestalter°innen.

Workshop

Der Workshop Upcycling wurde mit Schüler°innen einer zehnten Klasse durchgeführt und wir haben ihn zu zweit geleitet. Ziel war es, Entdeckerhocker, Hocker mit einem inliegenden Fach zum Verstecken von Gegenständen, für die Sonderausstellung „Posamenten – von der Hutschnur bis zum Schnürsenkel“, zu bauen. Im Vorfeld habe ich den Hocker entworfen und entwickelt. Ich machte mir Gedanken, wie er unsere gestalterischen Anforderungen erfüllen und zugleich stabil sein kann. Ein Entdeckerhocker besteht aus zwei identischen Kartons. Diese bezog ich aus der Materialwirtschaft eines Krankenhauses, in welchem täglich viel Verpackungsmaterial als Abfall anfällt. Ich konnte Wellpappe-Kartons finden, die einer genormten Sitzhöhe von Hockern entsprechen und diese ideal und komplett beim Upcyclingprozess verwenden.
Wir haben mit ca. zwanzig Schüler°innen geplant, diese in Zweierteams aufgeteilt, sodass am Ende des Workshops zehn Hocker entstanden sind.
Der Workshop bestand aus zwei Gestaltungsschritten. Zuerst das Bauen eines stabilen Hockers und später dann die äußere Gestaltung mit Farbe. In der Phase der Konstruktion der Entdeckerhocker hatten die Schüler wenig Spielraum und nicht die Möglichkeit sich auszuprobieren, da das Ziel die Herstellung eines Hockers aus einem alten Karton war und dieser auch die Stabilität eines Hockers haben sollte, sodass sich Schüler°innen, trotz kleiner Zweifel, darauf setzen konnten. Das Verhalten des Materials zu verstehen und zu sehen, dass das weiche Material Pappe oder Papier bei anderer Verwendung auch stabil sein kann, sodass es sogar einen Menschen trägt, stellte ein Erfolgserlebnis dar. Die meisten Schüler°innen zweifelten an der Stabilität des Hockers und erlebten am Ende einen Aha-Effekt, als sie sich auf die Hocker setzten und diese standhielten. In der zweiten Phase war das visuelle Gestalten des Hockers, das Bemalen, nach einem Thema ihrer Wahl, die Aufgabe. Obwohl diese Aufgabe wesentlich freier war, hatten die Jugendlichen Probleme, dies umzusetzen. Gründe waren mangelnde Zeit, geringes Vorstellungsvermögen der Schüler, keine vorherigen Skizzen und Gruppenbildung, was das Anleiten dieser Aufgabe für uns schwierig machte. Auch wenn in dem Workshop nicht ausschließlich nachhaltig gearbeitet wurde, Spraydosen, Klebeband, neue Farbe und zusätzliche Graupappe verwendet wurden, und das entstandene Produkt nicht dem „perfekten“ Upcycling entspricht, so war es Ziel, Kinder und Schüler°innen auf das Thema Umwelt, Konsum etc. aufmerksam zu machen. Ritzmann geht davon aus, dass das Thema Müll unterschiedliche Einstellungen hervorrufen kann, diese sind von ablehnend, interessiert, einverstanden, desinteressiert bis befürwortend. Daraus ergeben sich (in gleicher Reihenfolge) fünf handlungsgenerierte, didaktische Perspektiven: verbieten, erforschen, akzeptieren, ignorieren, provozieren (Ritzmann, 2018, S. 151). Ich gehe auch davon aus, dass das Thema Müll eine Reaktion bei den Schüler°innen auslöst, egal, ob es in eines dieser oben genannten Einstellungsspektren gehört.

Fazit

Die Durchführung des Workshops oder das Einbinden des Themas Upcycling im Unterricht führen zu einer Auseinandersetzung mit dem (Abfall-) Produkt und im besten Fall zum Erforschen des Produkts. Ziele können dabei sein: das Aufmerksam machen der Kinder und Jugendlichen für ihre Umwelt, ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, Interesse bei Kindern für Gestaltung und den Upcycling-Gedanken wecken und ein rücksichtsvolles und bewusstes Handeln früh bei Kindern zu verankern.
An dem Thema Upcycling können komplexe Prozesse und Entwicklungen anschaulich erfahrbar gemacht und praktisch verknüpft werden. Kinder und Jugendliche können für dieses Thema sensibilisiert werden.
Deswegen ist meiner Meinung nach Upcycling ideal für die Vermittlung unterschiedlichster Themen, besonders im Schulunterricht geeignet und kann seinen Teil zu einer Postwachstums-Gesellschaft beitragen. Upcycling und Recycling sollte mehr Beachtung in der Unterrichtsgestaltung finden oder Lehrer°innen sollten mehr Spielraum haben, um den Unterricht frei und individuell gestalten zu können, den Unterricht an die Interessen der Kinder und ihrer Zukunft anzupassen. Upcycling kann fächerübergreifend behandelt werden oder vielleicht wäre auch ein Schulfach, was sich dem Thema Nachhaltigkeit widmet, sinnvoll.
Es gibt bereits Lehrmaterialien, wie CYC LOOP, die komplexe Inhalte einfach erklären und von Lehrer°innen genutzt werden können. Mithilfe dieses Lehrmaterials kann Wissen in Workshops spielerisch vermittelt werden. CYC LOOP stellt kostenlos Dateien zur Verfügung, die in unterschiedliche Module, welche verschiedene Themen und Materialien behandeln, eingeteilt sind. Parallel müssten auch Lehrkräfte und Pädagogen bezüglich dieses Themas geschult werden. Diese Ansätze und auch der vorgestellte Workshop zeigen, wie aktuell die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt, Upcycling etc. sind und in Zukunft noch stark an Bedeutung gewinnen werden. Es braucht mehr Berührungspunkte in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, wo sie mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit in Kontakt kommen. Wir müssen Umdenken, Weiterdenken und Querdenken fördern, damit jene, die die Welt erben, besser mit der Welt umgehen, als wir es gerade tun.

Botz, B. (2007). Glas als künstlerischer Werkstoff – Gestaltung und Vermittlung mit Recyclingglas. Berlin: Dietrich Reimer Verlag GmbH

Braungart, M. & McDonough, W. (2005). Einfach intelligent produzieren – Cradle to Cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Berlin: BvT Berliner Taschenbuch Verlags GmbH

Braungart, M. & McDonough, W. (2013). Intelligente Verschwendung – The Upcycle: Auf dem Weg in eine neue Überflussgesellschaft;. München: bekomm Verlag

Dudenredaktion (o. J. ). „Recycling“ auf Duden online. 28. 02. 2020 verfügbar unter https://www.duden.de/rechtschreibung/Recycling

Edwards, A. (2015). UPCYCLIST. München: Pressten Verlag

Magazin für Restkultur (14. Dezember 2015). Fünf Fragen an … Reiner Pilz (Prägte den Begriff „Upcycling“). 13. 02. 2020 verfügbar unter: https://www.magazin-restkultur.de/fuenf-fragen-an-reiner-pilz-upcycling/

Pollinger, S. (o. J. ). Upcycling: Ein gefährlicher Trend. 12. 02. 2020 verfügbar unter: https://www.ecowoman.de/upcycling-nicht-gut-fuer-umwelt-wie-sinnvoll-ist-upcycling-und-recycling-5020]

Ritzmann, S. (2018). Wegwerfen | Entwerfen – Eine Designtheorie des Mülls. Basel: Birkhäuser Verlag GmbH