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Tragik der Allmende

Lara Weller

Damals waren alle Gewässer voller Fische und Früchte, von denen wir uns ernähren konnten. Die Gewässer wurden von vielen Fischenden gemeinsam genutzt und gehörten niemandem. Die Fischenden wussten, wie und wie viel gefischt werden konnte, damit die Fische genug Zeit hatten, sich wieder zu vermehren und damit der Lebensraum geschützt wurde. Sie mussten ihren Fang beschränken, damit die Gewässer und Arten sicher waren und auch in Zukunft genutzt werden könnten. Als ein Fischer anfing mehr Fische zu fischen, richtete das keinen größeren Schaden an, doch sein Ertrag stieg dadurch. Allerdings kamen noch mehr auf diese Idee und bald fischten alle, die in diesem Gewässer waren mehr Fische als eigentlich gut gewesen wäre. Als bemerkt wurde, dass der Lebensraum litt und die Fischbestände zurück gingen, begannen manche ihre Erträge wieder zu reduzieren. So lange aber nicht alle das Gleiche taten und dem Lebensraum Zeit gaben sich zu erholen, änderte sich nichts. Es war ein doppelter Verzicht, wenn die einen selbst weniger fischten und die anderen gleichzeitig ihren Fang nicht ebenfalls einschränkten. Die größte Sorge der Fischenden war die Überfischung und doch wurde immer weiter viel zu viel gefischt. Der gute Preis hatte zur gleichen Zeit die Nachfrage gesteigert. Das Geschäft der Fischenden lief gut, durch neue Fangmethoden und effizientere Arbeit konnte der Ertrag maximiert werden. Da der Verkaufsdruck stieg, wurden auch kleinere Fische gefangen und weniger Rücksicht auf andere Lebewesen des Gewässers genommen. Irgendwann war das Gewässer so überfischt, dass kaum noch Fische im Wasser lebten und das Geschäft mit den Fischen starb aus.
Frei nach der Tragik der Allmende.