Degrow Design

Kennzeichnungspflicht für Produkte

Jan Schneider

Der Bericht beinhaltet die These, ob es eine Kennzeichnungspflicht für Produkte geben sollte. Die Kennzeichnung soll ein Indikator sein, der aussagt wie lange ein Produkt funktioniert und getestet wurde. Ebenso sollte mit ihm zusammen eine Informationspflicht über die Lebensdauer bzw. Mindestlebensdauer entstehen.
Als Obsoleszenz wird die Alterung eines Produktes bezeichnet. Diese Alterung kann künstlich und natürlich hervorgehen. Es beschreibt das Produkte nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck verwendet werden können. Dies ist im Allgemeinen die stimmigste Definition. Es gibt nach genaueren Informationen vier verschiedene Arten. Diese können in werkstoffliche-, funktionale-, psychologische- und ökonomische Obsoleszenz unterschieden werden.
Bei der werkstofflichen Obsoleszenz wird die Produktalterung durch mangelhafte Materialien und Komponenten hervorgerufen. Dadurch halten diese den Belastungen nicht aus und nutzen sich ab, bis diese nicht mehr verwendet werden können.
Die funktionale Obsoleszenz, die im eigentlichen Sinne die sogenannte geplante Obsoleszenz verbirgt, setzt sich zusammen durch technische und funktionale Veränderungen der Anforderungen eines Produktes. Die Hersteller ändern bewusst eine Schnittstelle in der Hard- oder Software ändern, damit diese nicht mehr funktioniert. Das eigentliche Produkt ist aber noch vollfunktionsfähig. Wenn man von neuen Trends spricht, egal ob es um Autos, Handys, oder Jeans geht, könnte man auch um die schnelle Alterung dieser Sprechen. Bei der psychologischen Obsoleszenz geht es genau darum. Die stetige Reizüberflutung von immer neuen Produkten führt dazu, dass noch voll funktionsfähige Produkte weggegeben werden.
Ebenso wenn ein Produkt unbrauchbar wird, weil z.B. die Preise für ein neues Produkt die Reparaturkosten übersteigen und die Zeit, die benötigt wird enorm hoch ist, spricht man von der ökonomischen Obsoleszenz. Mögliche Gründe können ein nicht reparaturunfreundliches Design, hohe Kosten für die Reparatur und die schlechte Verfügbarkeit von Reparaturanleitungen sein. (FAQ Obsoleszenz Öko-Institut e.V. Stand: Februar 2016)
Meine These behandelt eine Kennzeichnungspflicht für Produkte. Wenn es dies gäbe, könnten Konsument° innen sich besser entscheiden, ob sie ein solches Produkt erwerben. Verschiedenste Anti-Obsoleszenz Gruppen fordern schon seit Jahren, dass es ein Merkmal oder ein Indiz geben sollte. Anhand dieses solle der°dem Konsument°in bewusst gemacht werden, dass sich gewisse Hersteller von beispielsweise Elektrogeräten für den Heim -und Arbeitssektor jederzeit ertappt fühlen sollen. Das Hauptproblem steht im eigentlichen Sinne darin, dass jeder Hersteller von Produkten wie Notebooks, Handys, Fernseher oder Waschmaschinen machen kann, was er will. Ein Grund hierfür ist die freie Marktwirtschaft. Die Großkonzerne versuchen durch die Konstruktion ihrer Produkte die Lebensdauer individuell auf die jeweilige Branche anzupassen. So ist es nach meiner Recherche schon seit der Entwicklung der ersten Glühbirne bis hin zu unserem lieb gewonnenen Smartphone. Bei ersterem wurde die damalige Glühbirne so konzipiert, dass diese weit über der heutzutage bestehenden Laufzeit von 1000 Stunden funktioniert könnte. Durch das Eingreifen der Hersteller wurde innerhalb von einigen Jahren aber diese Standardzeit etabliert. Wir betrachten, dass dies in einer Zeit passiert ist, wo es Rohstoffe im vermeintlichen Überfluss gab, dann können wir wiederum abwiegen ob es evtl. sinnvoll gewesen ist. Diese Entscheidung damals führte auch dazu, dass es wieder neue oder mehr Arbeitsplätze für Konsument°innen gab. Dennoch in der heutigen Zeit, wo wir alle wissen, dass unsere Rohstoffe endlich sind und weitere Verschwendungen dieser Art nicht nur der Umwelt, sondern auch unserem Leben schaden, müssen wir ein besonderes Augenmerk auf Produkte unseres Jahrhunderts werfen. Bei Produkten, die wir in unserem täglichen Alltag benötigen, wie Handy, Laptop, Tablet und co., gibt es ebenso wie bei der Glühbirne diese konstruktiven Eingriffe der Hersteller. Nehmen wir uns mal unseren Handys an. Bei diesen achten wir stets darauf, dass diese geschützt sind und zwar vor Kratzern oder vor der Möglichkeit, dass bei einem Sturz die Oberseite kaputt geht. Das sind nur die erst ersichtlichen Fehlerquellen. Die kurze Lebensdauer von Akku und Steckern müsste uns mittlerweile stutzig machen. Diese Beispiele sind ebenso auf Laptops und Tablets anzuwenden. Die Kennzeichnungspflicht könnte ein Leitpfaden für Hersteller und Konsument°innen werden. In diesem müssten verschiedenste Mindestanforderungen gegliedert werden. Diese könnten sich auch auf die vier verschiedenen Arten von Obsoleszenz beziehen. Dadurch könnte man einen Indikator erschaffen, bei dem ein Hersteller hervorgehoben wird, der sich im Besonderen an die Vorgaben hält und auch im Gegenzug diese Brandmarken denen es egal zu scheinen ist. Wenn wir uns an dem Beispiel eines Laptops orientieren und uns nur einmal die Mindestanforderungen anschauen, sollte es eine Vorgabe für die Lebensdauer bzw. Mindestnutzungsdauer geben. Die Prüfung der einzelnen Komponenten unter realen Bedingungen und die der Qualität sollte ein Muss dieser sein. Dies könnte durch neue Prüfmethoden und Untersuchungen der bestehenden Prüfverfahren eingeleitet werden. Ebenso sollte das Design, die Anordnung der einzelnen Komponenten angepasst werden, da dies auch ein großer Faktor für Langlebigkeit ist. Damit in Zukunft eingeklebte Akkus und die nicht Erweiterung von Arbeits- und Festplattenspeicher verschwinden, müssen sich Gestalter°innen sich gegenüber den Herstellern durchsetzen. Bei Ihnen liegt die Verantwortung, dass sich diese Anforderungen erfüllen. Es geht, aber nicht nur um Merkmale der Konstruktion eines Produkts, sondern auch um die verschiedenen Systeme. Die Anforderungen an eine Software eines Produktes sollte mit den gleichen Mindestanforderungen sowie die Lebensdauer ausgerüstet sein, da die Software zum gleichen Maße auch eine große Rolle spielt. Bei ihr sollte darauf geachtet werden, dass sie modular mit allen gängigen Systemen zusammen verwendet werden kann. Zurzeit sind neue Formate und Funktionen an der Tagesordnung. Wenn eine neue Software auf den Markt kommt, lassen sich ältere Geräte auf einmal nicht mehr aktualisieren oder verfügen nicht mehr über die notwenigen Schnittstellen. Um dies zu verhindern sollte zur Mindestanforderung verpflichtend sein Hard- und Software Updates für alle auf dem Markt befindlichen Modelle anzubieten. Dies könnte mithilfe von der Förderung von freien Software Systemen funktionieren, denn diese gibt es schon. Es müsste ausschließlich auf die bestehenden Applikationen angepasst werden. Um sich mit dem nächsten Schritt auseinander zu setzen, muss man sich das Beispiel eines handelsüblichen Druckers ansehen. Bei den heutzutage handelsüblichen Druckern gibt es nach einer bestimmten Anzahl von Drucken einen Befehl, damit der Drucker nicht mehr funktionsfähig ist. Dies hat zum einen die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ von Cosima Dannoritzer aufgedeckt. In Ihrer Dokumentation wird ein Drucker der Marke Epson getestet. Der Drucker hört nach der bestimmten Anzahl von Drucken, aufgrund eines speziellen Chips, auf zu drucken. Der nächste Schritt nach der Hersteller-Information war es einen Kundendienst aufzusuchen. Bei diesem wurde der Besitzer des Altgeräts darauf aufmerksam gemacht, dass die Reparaturkosten im Vergleich zur Neuanschaffung die Kosten weit übersteigen würden. Doch durch die Installation eines speziellen Software Updates kann der Chip ausgeschaltet werden. Dies zeigt unter anderem, dass es zu hohen Kosten für die Reparatur im Vergleich zur Neuanschaffung kommt. Dies könnte man durch verbesserte Rahmenbedingungen für die Reparierbarkeit von Produkten schaffen. Hierzu müsste ebenso eine transparentere Reparaturanleitung und die Garantie, dass es Ersatzteile für alle Produkte, die ein Hersteller auf dem Markt hat, geschaffen werden. Es besteht ebenso der Gedanke, dass sich Hersteller auf ein Leasing-Modell einigen. Dies könnte beispielsweise einer der ersten Schritte sein, um gegen solche hohen Reparaturkosten entgegenzuwirken. Um auch den sogenannten "neuen Trends" oder den Versprechungen der Hersteller von neuen Versionen, wo es sich etwaig um eine neue Kamera im Handy oder dem neuen Prozessor im Laptop geht, entgegenzutreten. Man könnte sich eine allgemeine Verbraucherinformation wünschen. Da im Allgemeinen diese Produkte ja noch voll funktionsfähig sind, müsste es genaue Aufzeichnungen geben. In diesen sollte eindeutig sein, wo in einem Produkt die einzelnen Komponenten, wie z.B. der Akku, verbaut ist, es Sollbruchstellen gibt und welche Teile nach einiger Zeit ausgetauscht gehören. Dies stellt im Gegenzug auch die Gestallter°innen in die Pflicht, denn in den meisten Fällen fängt das bei denen an, die sich mit der Entwicklung eines Produktes befassen. Am Anfang kann man diese sämtlichen übergeordneten Punkte noch mit in die Entwicklung einfließen lassen. Im Zuge einer Entwicklung kommen sämtliche Faktoren zum Einsatz. Die Einzelnen unterscheiden sich von Anfang bis Ende, da beim Anfang noch alles frei im Raum steht und die einzelnen Stationen nicht abgefahren sind, können dort die meisten Veränderungen an einem Produkt entstehen. Wenn wir beispielsweise von der Entwicklung eines Laptops sprechen, können wir dort die Rahmenbedingungen festlegen die gebraucht werden, damit dies beispielsweise länger funktioniert oder, dass sämtliche Bauteile austauschbar sind. Diese können wir mit einer Checkliste für die Kennzeichnungspflicht für Produkte abgleichen. Diese werden auf neue Produkte angewandet.
Schlussendlich komme ich zu meinem Fazit. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten eine Kennzeichnungspflicht für Hersteller zu erstellen. Die wahrscheinlichste Umsetzung müsste es sein, dass die Verbraucher°innen die vorhandenen Produkte der Hersteller in Frage stellen. Wenn sie das tun und der Absatz der Produkte der Hersteller, die sich nicht transparent an die Gesellschaft wenden, zurück geht, dann wird diese für alle sichtbar. Im eigentlichen Sinne sollte die Kennzeichnung ein Indikator für gutes und schlechtes Design sein. Denn ein gutes Design eines Produktes macht es transparent dem gegenüber, der es kauft. Genauso wie schlechtem Design, bei welchem man zum Teil hinters Licht geführt wird, da man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt. Die Kennzeichnung müsste so weiterentwickelt werden, dass sie als Checkliste für neue Produkte angewandt werden kann. Mit dieser Entwicklung könnte in Zukunft die geplante Alterung von Produkten gestoppt und dafür gesorgt werden das dies nicht mehr bei den Herstellern angewendet wird.